Kurzzeitwohnprojekt
ZIELGRUPPE:
Das Projekt richtet sich an männliche und
weibliche Haftentlassene, bzw. kurz vor der Entlassung stehende Gefangene, aus
Justizvollzugs- und Jugendanstalten,
die nach ihrer Entlassung (wieder) in Göttingen wohnen und leben möchten.
Hauptsächlich kommen die Bewohner aus den Justizvollzugsanstalten: Rosdorf, Hannover,
Sehnde, Wolfenbüttel, Lingen, Vechta und deren Abteilungen, sowie aus
den Jugendanstalten: Rosdorf (offener Jugendvollzug Leineberg) und Hameln. Aber auch
Bewerber aus anderen Bundesländern werden aufgenommen.
PROJEKTINHALTE:
Das Projekt bietet den Bewohnern unmittelbar nach der Haftentlassung für die Dauer von -in aller
Regel- bis zu 2 Monaten, eine Wohnmöglichkeit. Primäre Zielsetzung in dieser Zeit ist die Beschaffung
einer eigenen Unterkunft (Wohnung, Zimmer, WG) oder bei Bedarf auch die
Vermittlung in längerfristig angelegtes "Betreutes Wohnen" oder eine stationäre
Drogentherapieeinrichtung.
Neben der
Vermittlung in eine eigene Unterkunft oder einer Einrichtung beinhaltet das
Projekt Hilfestellung in allen anstehenden Ämter- und Behördenangelegenheiten,
wie z.B. Erlangung von Sozialleistungen nach dem SGB II (ALG II) oder SGB XII
(Grundsicherung). Auch die Hilfe zur strukturierten, planvollen Suche nach Arbeits- oder Ausbildungsplätzen
wird angeboten. Bei
Bedarf wird auch bei der Aufnahme in ein Substitutionsprogramm
(Methadon-Programm) oder der Suche nach einem Entgiftungsplatz (z.B. im NLKH
Göttingen) Unterstützung gegeben. Die weiteren internen Angebote
(Schuldenberatung, treuhänderische Geldverwaltung, Beschäftigung im Agrar- und
Naturschutzprojekt, Postmeldeadresse) können -freie Kapazitäten vorausgesetzt-
ebenfalls in Anspruch genommen werden.
RAHMEN:
Das Wohnprojekt besteht derzeit
aus 4 Plätzen, die den Bewohnern jeweils für einen Zeitraum von -in aller Regel-
maximal 2 Monaten zur Verfügung gestellt werden. Das Wohnprojekt wurde im März 2007
von 3 auf 4 Plätze erweitert. Eine nochmalige Erweiterung könnte in Frage kommen,
wenn entsprechender Bedarf durch die zu erwartenden Entlassungen "in die Region"
aus der JVA Rosdorf (Hauptanstalt) entsteht. Diese hat im August 2007 den Betrieb
aufgenommen. Geht man von durchschnittlichen Verbüßungszeiten von 2 bis 3 Jahren
aus, würde eine erhöhte Wohnplatznachfrage voraussichtlich in 2009 oder 2010 entstehen.
FINANZIERUNG:
Die Wohnplätze des Projektes werden über die
Mieteinnahmen, die durch diese erzielt werden, finanziert. Die Miete für einen
Wohnplatz liegt derzeit bei 327,00 Euro pro Monat inklusive Betriebs- und
Heizkosten, die von dem jeweiligen Bewohner zu zahlen ist. Im Rahmen des
Sozialleistungsbezugs nach SGB II und XII wird die Miete inkl. Nebenkosten als
"Kosten der Unterkunft" nach § 22 SGB II und/oder § 29 SGB XII durch die Stadt,
bzw. den Landkreis Göttingen übernommen.
PROBLEMATIK:
Die finanzielle Förderung des gemeinnützigen Projekts
aus öffentlichen Mitteln, bewegt sich in einem derart
knappen Rahmen dass der Verein auf Spenden und andere
Mittel, wie z.B. Bußgelder aus gerichtlichen
Auflagen, angewiesen ist.
|